Wer arbeitet in einem Sägewerk?
In einem Sägewerk arbeiten Holzbearbeitungs-mechaniker/innen der Fachrichtung Sägeindustrie. Deren Grundaufgabe besteht darin, das Holz zu beurteilen, zu sortieren und zu lagern. Zudem sind sie dafür verantwortlich, dass maschinelle Bearbeitungsvorgänge reibungslos funktionieren und sie reparieren die Maschinen und die Anlagen.
Im Jahre 1949 wurde dieser Beruf jedoch zuerst als Sägewerker/in anerkannt und zum 1. August 1980 aufgehoben. Der Nachfolgeberuf des Holzbearbeitungsmechanikers/in löste dann den Beruf des Sägewerkers/in 1981 ab. Zu der Zeit gehörtem diesem Nachfolgeberuf die Fachrichtungen Sägeindustrie, Hobelindustrie, Holzwerkstoffindustrie und Holzleimbauindustrie an. Doch die Ausbildungsordnung trat am 1. August 2004 außer Kraft. So wurde dieser Nachfolgeberuf wieder abgelöst von dem Nachfolgeberuf des Holzbearbeitungsmechaniker/in mit Wahlqualifizierungseinheiten.

Heute ist der Holzbearbeitungsmechaniker/in ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Es ist ein Monoberuf, welcher einen Ausbildungsberuf ohne Spezialisierungen in eine bestimmte Fachrichtung und Schwerpunkten darstellt. Er wird in der Säge-, Hobel-, Holzleimbau- und Holzwerkstoffindustrie ausgebildet. Diese flexible Ausbildungsstruktur ist möglich durch die Wahlqualifikationen. Ein Hauptschulabschluss ist Voraussetzung für diesen Ausbildungsberuf, welcher über 3 Jahre ausgebildet wird. Die übliche oder umgangssprachliche Bezeichnung ist dennoch Sägewerker oder Sägewerksmitarbeiter.
Im Alltag eines/er Sägewerkers/in oder Holzbearbeitungsmechanikers/in wird das Rundholz, was aus Baumstämmen besteht, zu Schnittholz verarbeitet. Sie entrinden, beurteilen, vermessen und sortieren das Rundholz, bevor sie es auf die benötigten Maße zuschneiden. Um die Herstellung von Schnittholz gewährleisten zu können, richten sie die unterschiedlichen Maschinen ein, überwachen die Sägevorgänge und die Qualität der Bretter und Kanthölzer, sortieren, kennzeichnen und lagern die Schnitthölzer und die Hobelware. Auch die Instandhaltung der Sägeeinrichtungen gehört zu den Alltagsaufgaben des Sägewerkers/in. Um Fach- und Führungsaufgaben in Sägewerken übernehmen zu können ist eine Weiterbildung zum Sägewerksmeister/in erforderlich.
Auch Industriemeister/innen der Fachrichtung Sägewerker können verantwortliche Positionen des mittleren Managements in einem Sägewerk übernehmen. Mitunter verwalten sie die Produktionsabläufe, sind für das Vorhandensein der Betriebsmittel zuständig. In der heutigen Zeit ist der Bedarf an zugeschnittenem Holz so groß, dass es die Mitarbeiter in einem Sägewerk kaum noch schaffen, der immer weiter wachsenden Nachfrage nachzukommen. Deshalb sind viele der erforderlichen Maschinen und deren Produktionsabläufe durch die Technisierung mechanisiert worden. Dieses neuartige System heißt Fließsystem, bei dem die Leistung der einzelnen Maschinen aufeinander abgestimmt ist. Das Leitmotiv des Fließsystems ist trotz weniger Arbeitskräfte die Leistung zu steigern und eine Arbeitserleichterung zu erreichen.